Ausbildungsförderung für Studierende mit Behinderung

Ausbildungsförderung für Studierende mit Behinderung

Werbung:

Betroffene können in bestimmten Fällen
eine Verlängerung des BAföG-Bezugs sowie weitere
Nachteilsausgleiche erhalten

Studierende mit Behinderung erhalten
Geldleistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz
BAföG, im Grunde genommen zu denselben Bedingungen wie ihre
nichtbehinderten Kommilitonen. Allerdings können sie auf Antrag
einige Sonderregelungen geltend machen.

<a class="lightboxready" title="Bild vergrössern: Symbolbild: Junger Mann im Rollstuhl in einer Bibliothek, er liest in einem Buch." href="https://www.vdk.de/sys/data/16/img/h_00014833B1554368880.jpg" rel="lightbox" data-title="Studierende mit Behinderung sollten die verschiedenen Nachteilsausgleiche beim BAföG kennen. | &copy; imago/Panthermedia„>
Symbolbild: Junger Mann im Rollstuhl in einer Bibliothek, er liest in einem Buch.

Studierende mit Behinderung sollten die
verschiedenen Nachteilsausgleiche beim BAföG kennen. | © imago/Panthermedia

Acht Prozent der Studierenden an deutschen Hochschulen haben
körperliche oder gesundheitliche Beeinträchtigungen, wie
beispielsweise Seh-, Hör-, Sprech- und
Mobilitätsbeeinträchtigungen, chronische und psychische
Erkrankungen sowie Legasthenie und andere Teilleistungsstörungen.
Um sich insbesondere die studienrelevanten und die
Lebenshaltungskosten finanziell leisten zu können, beantragen viele
Studierende – sowohl mit als auch ohne Beeinträchtigung –
BAföG.

Mit dem BAföG werden für Menschen, die nicht genügend
Eigenmittel zur Verfügung haben, Erstausbildungen an allgemein- und
berufsbildenden Schulen ab Klasse 10, an Kollegs, Akademien und
Hochschulen bis zu einem berufsqualifizierenden Abschluss
finanziell gefördert. Wie viel Geld man dabei monatlich bekommt,
hängt von der jeweiligen Ausbildung, den persönlichen
Lebensumständen und den finanziellen Möglichkeiten der
Antragstellenden und ihrer Familie ab.

Chancengleiche Teilhabe im Studium

Um für Studierende mit Behinderung eine chancengleiche Teilhabe
im Studium zu erreichen, werden hierzulande verschiedene
Nachteilsausgleiche gewährt. Wer zum Beispiel außergewöhnliche
Belastungen aufgrund einer Behinderung belegen kann, bei dem kann
bei der Einkommensermittlung ein zusätzlicher Härtefreibetrag
berücksichtigt werden. Dies erhöht den monatlich ausgezahlten
Förderbetrag.

Die Dauer des BAföG-Bezugs ist im Allgemeinen auf die für jeden
Studiengang festgelegte Regelstudienzeit begrenzt. Allerdings
können Menschen mit Behinderung eine Verlängerung der
Förderungshöchstdauer beantragen, zum Beispiel, wenn sich das
Studium wegen der Beeinträchtigung verlängert. Dafür müssen jedoch
Nachweise erbracht werden: zum einen für die Behinderung selbst,
zum anderen dafür, dass die Behinderung die Ursache für das
verlangsamte Studium war und dass die Verzögerung auf zumutbare
Weise nicht verhindert werden konnte. Wichtig: Der Antrag muss
rechtzeitig, das heißt vor dem Ende des aktuellen
Bewilligungszeitraums, gestellt werden.

Normalerweise bestehen BAföG-Ansprüche nur, wenn die
Studierenden ihr Studium vor ihrem 30. Geburtstag und das darauf
aufbauende Master-Studium vor ihrem 35. Geburtstag beginnen. In
manchen Fällen ist es jedoch zulässig, die Altersgrenzen zu
überschreiten, beispielsweise wenn die Hochschulzugangsberechtigung
über den zweiten Bildungsweg erworben wurde, wenn eine Behinderung
ein Studium notwendig werden lässt oder sie der Hinderungsgrund für
eine rechtzeitige Studienaufnahme ist.

Aufschub bei der BAföG-Rückzahlung
möglich

Weitere Nachteilsausgleiche in Bezug auf BAföG: Muss ein
Studiengang nach Beginn des vierten Semesters wegen unabweisbarer
Gründe wie einer eintretenden Behinderung gewechselt werden, kann
dieser wie eine erste Ausbildung gefördert werden. Und hinsichlich
der Rückzahlung der Darlehenssumme in Raten, die fünf Jahre nach
Ende der Förderung beginnt, ist für Menschen mit Behinderung ein
Zahlungsaufschub möglich, wenn das Einkommen bestimmte monatliche
Sätze nicht übersteigt.

Studieninteressierte und Studierende mit Behinderung sowie deren
Angehörige können sich bei weiteren Fragen an die Informations- und
Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) wenden, Telefon (0 30) 29 77 27-64. Darüber
hinaus berät auch der Sozialverband VdK zu sozialrechtlichen Fragen
in diesem Themenbereich. Interessierte wenden sich an ihre
jeweilige VdK-Geschäftsstelle.

Werbung:

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.