Do. Jun 27th, 2019

Nur mit Plakette in die Umweltzone?

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Seit 2008 wurden in einigen deutschen
Städten Umweltzonen eingerichtet, in denen nur Fahrzeuge fahren
dürfen, deren Schadstoffausstoß bestimmte Grenzwerte
unterschreitet. Dadurch soll die Belastung der Luft mit Feinstaub
verringert werden. Für manche Menschen mit Behinderung gelten
jedoch Ausnahmeregelungen.

Für Umweltzonen braucht man Plaketten.
Es gibt aber Ausnahmen. | © imago
images/blickwinkel

Laut Umweltbundesamt gibt es in Deutschland derzeit 58
Umweltzonen, deren Anfang und Ende jeweils durch ein Verkehrsschild
gekennzeichnet ist. 57 dieser Zonen dürfen nur von Autos mit einer
grünen Umweltplakette (Schadstoffklasse 4) befahren werden. Diese
Plakette erhalten Fahrzeuge mit Benzinmotor, die ab dem 1. Januar
1993 zugelassen wurden und mindestens die Euro-Norm 1 erfüllen,
sowie ab dem 1. Januar 2006 zugelassene Dieselfahrzeuge mit
Euro-Norm 4.

Einzig in Neu-Ulm dürfen auch noch Autos in die Umweltzone
einfahren, die nur mit einer gelben Plakette (Schadstoffklasse 3)
ausgestattet sind. Das betrifft Dieselautos mit Zulassung zwischen
dem 1. Januar 2001 und 31. Dezember 2005 und Euro-Norm 3. Wer ohne
entsprechende Plakette durch die Umweltzone fährt, begeht eine
Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld in Höhe von 80 Euro
rechnen. Es sei denn, für das Fahrzeug gilt eine Ausnahmeregelung.
Unter diese fallen beispielsweise zwei- und dreirädrige
Kraftfahrzeuge sowie Kranken- und Arztwagen. Darüber hinaus sind
auch Kraftfahrzeuge, mit denen Personen fahren oder gefahren
werden, die außergewöhnlich gehbehindert, hilflos oder blind sind
und dies durch die im
Schwerbehindertenausweis eingetragenen Merkzeichen
„aG“,
„H“ oder „Bl“ nachweisen, laut Kennzeichnungsverordnung von der
Plakettenpflicht ausgenommen.

Nicht alle Autofahrer brauchen eine
Plakette

Wichtig: Das Fahrzeug muss nicht auf die schwerbehinderte Person
zugelassen sein. Und es muss hierfür auch keine Ausnahmegenehmigung
beantragt werden. Als Nachweis reicht die Rückseite des
Schwerbehindertenausweises oder der blaue EU-Parkausweis.

Der Sozialverband VdK hatte sich frühzeitig für
Ausnahmeregelungen eingesetzt und begrüßt die jetzige bundesweite
Vereinbarung, kritisiert aber, dass Personengruppen vergessen
worden sind. So sind auch schwerbehinderte Menschen mit dem
Merkzeichen „G“ in ihrer Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr
erheblich beeinträchtigt und dringend auf einen Pkw angewiesen. Der
Erwerb eines neuen Autos ist finanziell oft unmöglich und ein
Umstieg auf andere Verkehrsmittel behinderungsbedingt nicht ohne
weiteres möglich. In diesem Punkt ist nach Ansicht des VdK der
Gesetzentwurf unbedingt nachzubessern.

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09.11.2018 | bsc

mib

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