VdK Nord setzt für Jungen GdB von 100 durch

VdK Nord setzt für Jungen GdB von 100 durch

Werbung:

Der kleine Amir K. (Name von der Redaktion
geändert) hat eine Genanomalie. Die Mutter wandte sich an den
Sozialverband VdK Nord, weil der Junge trotz seiner starken
Beeinträchtigungen nur einen Grad der Behinderung von 50
zugesprochen bekommen hatte. VdK-Sozialrechtsreferentin Sabine
Welge erreichte, dass dieser Grad auf 100 angehoben wurde.

Das Landesamt für soziale Dienste in Schleswig-Holstein hatte
bei Amir lediglich einen Grad der Behinderung (GdB) von 50 und das Merkzeichen H
(hilflos) bewilligt. Die gesundheitlichen Voraussetzungen für die
angestrebten Merkzeichen G (Nachteilsausgleich im Nahverkehr und
bei der Kfz-Steuer wegen erheblicher Gehbehinderung) und B
(Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson) lägen bei Amir
nicht vor.

Eine Begründung, die bei einem einjährigen Kind nicht
nachzuvollziehen ist. Der Junge ist immerhin täglich rund um die
Uhr auf die Hilfe seiner Eltern angewiesen, und das nicht nur bei
Arztbesuchen und Therapien. Wie stark er tatsächlich gesundheitlich
eingeschränkt ist, zeigt auch sein zuerkannter Pflegegrad 4.

VdK legt Widerspruch bei Behörde
ein

Die VdK-Rechtsexpertin legte bei der Behörde Widerspruch gegen
den Bescheid vom März 2018 ein. Der erteilte GdB sei angesichts der
Erkrankungen von Amir viel zu gering, so Welge. Sie forderte einen
Grad der Behinderung von 100 mit den weiteren Merkzeichen G und
B.

Der Junge ist durch eine Genanomalie erheblich in seiner
sozialen Teilhabe behindert. Dabei handelt es sich um Trisomie 21
(Down-Syndrom). Hinzu kommen weitere gesundheitliche
Beeinträchtigungen wie Trink- und Schluckstörungen, die ihn massiv
in seiner Entwicklung behindern. Das zeigt auch ein Blick auf die
Wachstums- und Gewichtstabellen. Die Werte des Kindes liegen weit
unterhalb der für sein Alter üblichen.

Amir ist zudem stark schwerhörig und benötigt Hörgeräte. Diese
Behinderungen müssten ebenfalls mit einem GdB von 50 in die
Ermittlung des Gesamt-GdB einfließen, argumentierte Sabine Welge.
Es könne auch nicht zulasten des Kindes gehen, dass er in
Schleswig-Holstein wohne, wo er lediglich ein GdB von 50 bekäme,
während in anderen Bundesländern im vorliegenden Fall in der Regel
ein deutlich höherer GdB vergeben werde.

VdK-Beraterin hilft Familie

Die VdK-Rechtsexpertin forderte das Landesamt auf, einen
GdB von 100 zu
bewilligen, andernfalls müsste ein Sachverständiger entscheiden.
Die Argumente überzeugten das Landesamt für soziale Dienste in
Schleswig-Holstein schließlich. Es änderte im Dezember 2018 den
Bescheid. Amir erhielt einen Grad der Behinderung von 100 und
zusätzlich zum Merkzeichen H auch die Merkzeichen G und B,
befristet bis zum 18. Lebensjahr.

Ungeachtet der Beeinträchtigungen empfinden die Eltern das Leben
mit ihrem Sohn Amir, den sie sehr lieben, als genauso schön wie mit
einem Kind ohne Behinderung. Sie wollen Eltern Mut machen, sich
Unterstützung beim VdK zu holen. „Wir sind dem VdK sehr dankbar für
seine Hilfe.“

Werbung:

(Visited 5 times, 5 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.