Do. Jun 27th, 2019

Wir fordern die #Rentefüralle!

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Wir fordern die #Rentefüralle!

Seit 6. Mai läuft die große Kampagne
des Sozialverbands VdK für ein gerechtes Rentensystem

Der Sozialverband VdK gilt als absoluter
Experte in Rentenfragen. Wer, wenn nicht Deutschlands größter
Sozialverband, wäre also besser geeignet, einen echten Neustart für
das deutsche Rentensystem zu fordern? Seit ein paar Wochen läuft
die bundesweite VdK-Kampagne #Rentefüralle. Den Startschuss gab
VdK-Präsidentin Verena Bentele in Berlin.

Laut und deutlich: VdK-Präsidentin
Verena Bentele gibt das Signal zum Start der Kampagne. | © Henning Schacht

Vor der Hauptstadt-Presse erläuterte Bentele die Gründe für die
VdK-Rentenkampagne:
„Rente ist für alle ein Riesenthema, ob Alt oder
Jung. Vielen Menschen fehlt der Glaube in die gesetzliche
Rentenversicherung. Das wollen wir vom VdK nicht einfach
hinnehmen.“
Unterstützung erhielt Bentele in Berlin von
Vertretern aus den VdK-Landesverbänden und den
VdK-Präsidiumsmitgliedern Katharina Batz, Horst Vöge, Paul Weimann,
Willi Jäger, Wolfgang Krause, Hans-Jürgen Albien und Friedrich
Stubbe.

Der Start der Kampagne des Sozialverbands VdK passe perfekt,
erklärte Bentele: „Aktuell wird über die Einführung
und Ausgestaltung der Grundrente diskutiert. Zugleich arbeitet die
von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission an weiteren
Vorschlägen.“
Auf Druck des VdK ist im Kampf gegen
Altersarmut
an manchen Stellen nachgebessert worden, etwa bei der Mütterrente.
Es müsse aber das ganze System der Alterssicherung auf den
Prüfstand, ist Bentele überzeugt.


#Rentefüralle: So startete die
VdK-Rentenkampagne in Berlin

Es ist Zeit für eine gerechte
#Rentefüralle. Dafür setzt sich der VdK sich seiner bundesweiten
Rentenkampagne ein. Impressionen vom Auftakt am 6. Mai 2019 gibt es
hier!


„Wir setzen auf soziale
Gerechtigkeit in der Rentenpolitik. Deshalb lautet unser Motto
auch
, sagte die VdK-Präsidentin. Da dürfe es auch keine
Tabus in der Diskussion geben. Die weitreichendsten VdK-Forderungen
sind zum einen die Einführung einer Erwerbstätigenversicherung,
in die alle ohne Ausnahme einzahlen sollen, und zum anderen mehr
Umverteilung durch mehr Steuergerechtigkeit, um Leistungen für
Rentenbezieher zu finanzieren.

Persönlicher Antrieb sind für sie auch eigene Beobachtungen:
„Es macht mich wütend, wenn ein 69-jähriger Fahrer
mir ein schweres Paket in den vierten Stock schleppt oder eine
74-Jährige noch putzen geht. Sie verdienen sich damit ja keine
schönen Extras, sondern oft nur einen Wintermantel.“
Solche
Schicksale gelte es zu verhindern. „Die gesetzliche
Rente muss Teilhabe im Alter ermöglichen“
, forderte Bentele.
Das stark gesunkene Rentenniveau lasse aber viele ins Abseits
geraten. Auch die Anhebung der Regelaltersgrenze erwische
diejenigen am härtesten, die ohnehin wenig haben: „Für Altenpflegerinnen, Handwerker oder Kassiererinnen, die es
teils schon jetzt nicht bis 65 schaffen zu arbeiten, ist das wegen
der Abschläge eine Rentenkürzung.“

Die Qualität der Arbeit sei Dreh- und Angelpunkt einer guten
Rentenpolitik, sagte Bentele. „Faire Löhne, ein
Mindestlohn für eine Rente oberhalb der Grundsicherung und gesunde
Arbeitsbedingungen garantieren ein gutes Rentenkonto und gefüllte
Rentenkassen, die für das Funktionieren des Generationenvertrags
sorgen.“

Bei der
Auftakt-Pressekonferenz
in Berlin war Ingrid Grundmann
zu Gast. Die 80-Jährige aus Schwerin machte anschaulich, wie aus 40
Jahren harter Arbeit eine Rente von nicht einmal 600 Euro werden
konnten. Aktuell läuft über den VdK ein Antrag auf Grundsicherung
im Alter. Im Amt gab es nämlich Probleme: die Wohnung 6,5
Quadratmeter zu groß, ihre Rücklagen von 5221 Euro um 221 Euro zu
hoch. Sie fragte den Sachbearbeiter ganz fassungslos: „Wann fängt Vermögen für Sie an?“. Sie muss die kaputten
Zähne und das alte Auto richten lassen – ihr „Vermögen“ hat sich wohl bald in Luft aufgelöst.
„Beschämend“, findet sie all das. Trotzdem
will sie sich nicht verstecken: „Ich bin froh, dass
ich für viele reden darf. Vielleicht ändert sich ja mal
was.“

Für Menschen wie Ingrid Grundmann geht der VdK in die
Öffentlichkeit. #Rentefüralle soll gesehen und gehört werden: auf
der Straße, im Internet, in politischen Diskussionen und bei der
Bundesregierung. Deshalb fuhren am 6. Mai sechs Postercars mit den
VdK-Plakaten durch das politische Berlin: Brandenburger Tor,
Reichstag, Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Kanzleramt
waren die Stationen. „Wir sind fast zwei Millionen
VdK-Mitglieder,
unsere Forderungen wird die Politik sehen und hören“
,
verspricht Bentele.

bsc

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